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Digitale Transformation - Was ist das?

1 Digitale Transformation

Digitale Transformation im Unternehmen oder Digital Business Transformation ist ein zukunftsorientierter Veränderungsprozess im Unternehmen und wichtiger Bestandteil der innovativen Führungsarbeit. In diesem Blogartikel werden bedeutende Entwicklungen erläutert, aber auch die Voraussetzungen, Ziele, Herausforderungen und Erfolgsfaktoren der digitalen Transformation beschrieben und erklärt.

INHALTSVERZEICHNIS
1 Digitale Transformation
2 Unterschied Digitalisierung und digitale Transformation
3 Was ist der Unterschied zwischen Digitalisierung und digitaler Transformation
4 Digitale Transformation Unternehmen
5 Digital Transformation Manager
6 Digital Spotlight`s

1.1 Digitale Transformation Definition allgemein

Digitale Transformation bezeichnet im Allgemeinen einen stetig, in digitalen Technologien begründeten Veränderungsprozess.

Die Grundlage der digitalen Transformation bilden der Zugang zu digitaler Infrastruktur (Glasfaser, Internet, World Wide Web) sowie die Nutzung digitaler Technologien (Künstliche Intelligenzen, Big Data, Cloud-Computing etc.). Mittels digitaler Technologien können Wege der globalen Vernetzung beschritten werden, die das Eröffnen neuer Perspektiven sowie Austausch und Weiterentwicklung ermöglichen. Hierzu können beispielsweise Anwendungen (Apps, Webanwendungen) sowie Verwertungspotenziale (digitale Geschäftsmodelle) zur Weiterentwicklung des Geschäfts dienen.

1.2 Was ist digitale Transformation im Unternehmen?

Digitale Transformation bewirkt nicht nur Veränderungsprozesse in technischer Hinsicht, sondern nimmt auch Einfluss auf kommunikative, kulturelle und soziale Prozesse, um nur ein paar Beispiele von vielen zu nennen. Für ein Unternehmen bedeutet das:

Digitale Transformation verändert langfristig durch die Möglichkeiten neuer Technologien und des Internets das Fundament eines Unternehmens und nimmt damit Einfluss auf Identität, Vision, Strategien, Leistungen, Strukturen, Prozesse, Kompetenzen und Kultur.

1.3 Fähigkeiten zur digitalen Transformation?

Für einen Veränderungsprozess in positiver Hinsicht ist die Entwicklung von Fähigkeiten notwendig, die es unternehmensintern, aber auch unternehmensübergreifend zu entwickeln gilt:

Auf technischer Ebene: Skills in den Bereichen Softwareengineering, Systems Engineering, IT-Sicherheit etc.

Auf personaler Ebene: Skills zur Förderung einer produktiven Unternehmenskultur, die Bereitschaft voneinander zu lernen, die Entwicklung eines positiven Zugangs zum Feedbackgeben und -erhalten etc.

Auf systemischer Ebene: Erkennen und Bewältigen der Herausforderungen in der Führungsebene; bereichsübergreifende Zusammenarbeit;  agile Gestaltung des Veränderungsprozesses sowie die Entwicklung von Veränderungskompetenz (Fähigkeit, Veränderungsbedarf zu erkennen) etc.

Auf strategischer Ebene: Ausrichtung der digitalen Initiativen auf die Unternehmensstrategie; laufende Anpassung übergeordneter Unternehmensziele, -strukturen, -leistungen; Entscheidungsprozesse und dazugehörige Verantwortlichkeiten entwickeln etc.

2 Digitalisierung und digitale Transformation

Um ein Unternehmen einem digitalen Transformationsprozess zu unterziehen, werden unterschiedliche Fähigkeiten benötigt. Zum einen ist der Umgang mit technischen Werkzeugen (Tools, Programmen etc.), zum anderen das Verständnis darüber, wie diese technischen Werkzeuge auf unterschiedlichen Ebenen angewendet werden müssen, um zielorientierte Weiterentwicklung zu ermöglichen, erforderlich. Hierbei ist es notwendig, Mensch, Kultur, Prozess und Technologie aufeinander abzustimmen und die Wirkung der einzelnen Komponenten auf die jeweils anderen sinnvoll zu nutzen. Um den erforderlichen Abstimmungsprozess besser nachvollziehen zu können, ist die Unterscheidung von den Auswirkungen der Digitalisierung und jenen der digitalen Transformation förderlich.

Digitalisierung: Was ist das?

Unter Digitalisierung wird im Allgemeinen die Umwandlung von analogen Informationen oder Werten in digitale Formate verstanden.

Im spezifischen Sinne meint Digitalisierung die Darstellung bzw. Durchführung von Information und Kommunikation oder die digitale Modifikation von Instrumenten, Geräten und Fahrzeugen. (Vgl. Gabler Wirtschaftslexikon). Den Ursprung haben sowohl die Digitalisierung als auch die digitale Transformation in der digitalen Revolution.

3 Was ist der Unterschied zwischen Digitalisierung und digitaler Transformation?

Der Übergang zwischen Digitalisierung und digitaler Transformation ist fließend.

Vereinfacht gesagt, wird unter Digitalisierung die Existenz und Verfügbarkeit zur Nutzung aller technischen Möglichkeiten, die die Basis für einen zunehmend vernetzten Arbeitsalltag und Lebensstil legen, verstanden.

Digitale Transformation meint über die Verfügbarkeit und die Nutzbarkeit hinaus die Anwendung und die Weiterentwicklung digitaler Potenziale, die beispielsweise ein neues Geschäft ermöglichen und damit einen ganzheitlichen Wandel eines Unternehmens zur Folge haben können.

Veränderungen und Möglichkeiten der digitalen Transformation:

- Kunden und Kundinnen sind vergleichsweise informierter und werden zu MitgestalterInnen und PartnerInnen dank vereinfachter Kommunikationswege und digitaler Innovationsräume;
Prozesse werden optimiert, indem diese durch Daten und Algorithmen gesteuert werden.

- Produkte werden intelligenter und mit digitalen Merkmalen hinsichtlich des Nutzens der AnwenderInnen ergänzt, indem optimierte Produktgestaltung durch Bedarfsermittlungen, Monitoring des Markts und Co-Creation (Einbeziehen der Kunden und Kundinnen in die Produktgestaltung) erfolgt.

- Serviceleistungen werden individuell und vorausschauend, indem bestehende Vorgänge integriert und optimiert, externe Faktoren und daraus abzuschätzende Bedarfe einbezogen sowie Handlungsempfehlungen vorgeschlagen werden.

- Produktion wird im Sinne der Nachhaltigkeit gestaltet, indem Möglichkeiten der Wiederverwertung erarbeitet werden, aus welchen wiederum Wertschöpfungspotenziale erschlossen und Zusammenarbeitspotenziale abgeleitet werden.

- Unternehmen werden Teil kollaborativer Ökosysteme, in welchen unternehmensübergreifende Zusammenarbeit stattfindet; in diesen Ökosystemen entstehen vernetzte Geschäftsmodelle, die Einfluss auf einzelne Systeme als auch auf das Gesamtsystem nehmen.

- Organisationsstrukturen werden agiler und neugestaltet, indem unternehmensintern, aber auch unternehmensübergreifend Abwicklungs- und Führungsmodelle implementiert werden; es geht tendenziell von Silos zur Vernetzung, von der strengen Hierarchie zum kooperativen Führen, von Wasserfallprojekten zu agilem Vorgehen.

Digitale Geschäftsmodelle: Der Übergang von Digitalisierung zum direkten Wertbeitrag im Rahmen der digitalen Transformation

Der fließende Übergang von der Digitalisierung zur digitalen Transformation wird vor allem im Zusammenhang mit digitalen Geschäftsmodellen deutlich.

Digitale Geschäftsmodelle bieten die Möglichkeit, digital Geschäfte abzuwickeln, unabhängig davon, ob es sich im Zuge des Geschäfts um den Erwerb bzw. die Nutzung eines digitalen oder physischen Produkts handelt. Digitale Geschäftsmodelle haben drei Grundmerkmale: Skalierbarkeit, Monetarisierung der Leistungen und technologische Errungenschaft als Basis. Die Grundmerkmale beruhen auf einem erzeugten Nutzen für Kunden und Kundinnen, der auf Basis von digitalen Technologien oder Elementen der Digitalisierung erzeugt wird. Das Ziel von digitalen Geschäftsmodellen ist, dass ein Mehrwert für Kunden und Kundinnen geschaffen wird, für welchen diese auch bereit sind, etwas zu zahlen.

Zu den digitalen Geschäftsmodellen zählen Free Modell, Freemium Modell, Open Source Modell, E-Commerce Modell, On-Demand Modell, Abonnements Modell, Peer-to-Peer Modell (P2P) und Hidden Revenue Modell. Was die meisten digitalen Geschäftsmodelle gemeinsam haben, ist, dass sie sowohl im Sinne der Digitalisierung als auch im Sinne der digitalen Transformation genutzt werden können.

Anhand eines Beispiels erklärt: Nutzt ein Unternehmen Online-Marktplätze wie eBay oder Amazon (E-Commerce Modelle), um Produkte zu erwerben, bedient sich das Unternehmen an den Möglichkeiten der Digitalisierung. Wendet ein Unternehmen jedoch ein Open Source Modell (z.B. WordPress.org, das Content Management System (CMS), welches ermöglich, selbst eine Homepage zu erstellen und zu verwalten) an, um einen eigenen Online-Shop zu betreiben, ist von digitaler Transformation die Rede. Für die Etablierung des Online-Shops müssen die Unternehmensstruktur und die Unternehmensprozesse an die neuen technischen Gegebenheiten angepasst werden.

Dazu gehört, dass sämtliche MitarbeiterInnen befähigt werden, mit den technischen Neuerungen umzugehen, sowie von der Möglichkeit Gebrauch machen, neue Angebote für Kunden und Kundinnen anzubieten. Anhand dieser technischen Möglichkeiten ist es dem Unternehmen möglich, neue Werte und Erlösquellen zu generieren. Ausschlaggebend für einen digitalen Transformationsprozess ist demnach, ob das Unternehmen durch die Nutzung des digitalen Geschäftsmodells neue Werte und absatzwirtschaftliche Potenziale hervorbringt und ob dadurch das Unternehmen einem Prozess der Umsetzung unterzogen wird, wie es in dem gerade beschriebenen Beispiel der Fall ist, da sich durch die Nutzung des Open Source Modells Vertriebswege, Aufgabenbereiche für MitarbeiterInnen etc. ändern.

 

Agiles Vorgehen, neue Methoden und innovative Werzeuge!

4 Digitale Transformation Unternehmen

Es wurde bereits angedeutet, dass der digitale Transformationsprozess in einem Unternehmen einen ganzheitlichen Wandel zur Folge hat. Dieser Wandel wird durch Treiber der digitalen Transformation gefördert.

Treiber der digitalen Transformation:

- Innovative Technologien: Sorgen für automatisierte Prozesse und reduzieren somit Arbeitsaufwand, Zeit und Kosten; bieten „unendliche“ Replizierbarkeit, globale Verfügbarkeit, Skalierbarkeit etc.

- Verfügbare Connectivity: Erhöht die Reichweite des Unternehmens, sorgt für unternehmensübergreifende Zusammenarbeit, ermöglicht es einem Unternehmen international in einen Wettbewerb zu treten etc.

- Gewonnene Daten: Ermöglichen Monitoring des Ist-Zustands und des Soll-Zustands eines Unternehmens, bilden die Grundlage für das Erstellen eines Produktzyklus, sorgen für die Interaktion mit Kunden und Kundinnen sowie stellen die Basis für neue Geschäftsmodelle und Data Driven Business Models (datengetriebene Geschäftsmodelle) dar.

- Neue Organisationsdesigns: Je größer die Differenz der Organisationsstrukturen zwischen Ist-Zustand und Soll-Zustand eines Unternehmens desto wahrscheinlicher ist die Notwendigkeit eines aktiv gestalteten Wandels sowie die Entwicklung eines neuen Organisationsdesigns.

4.1 Digitale Transformation Prozess

Wird die Entscheidung getroffen, dass ein Unternehmen einem digitalen Transformationsprozess unterzogen werden soll, sind 7 Dimensionen – die 7 Dimensionen zur digitalen Excellence– in einem Unternehmen davon betroffen. Zu diesen 7 Dimensionen zählen Mission und Vision, Strategie und Performance, Organisation und Management, Prozess und Services, MitarbeiterInnen und Kultur, Technologie und Daten sowie die aktive Gestaltung des Transformationsprozesses. Bevor auf die einzelnen Dimensionen eingegangen wird, soll ein Überblick über die Entwicklung des Transformationsprozesses geboten werden, die in vier Phasen erfolgt:

- Discovery und Scoping:
Die Phase, in welcher versucht wird, die Ist-Situation zu verstehen und die Richtung zu kennen. Das Zukunftsbild und der case-for-action wird herausgearbeitet. Was wird sich verändern? Und vor allem – was wird der Unterschied zu heute sein? Die Antwort lautet: Den Kunden und Kundinnen, den Markt, den Mitbewerb und vor allem das eigene Unternehmen zu verstehen und die Dynamiken zu fassen. 

- Setup und Initiierung des Transformationsprozesses:
Eine Aufbauphase, in welcher die Rahmenbedingungen für den Veränderungsprozess geschaffen werden und die Projekt- und Programmstrukturen festgelegt werden. Verantwortlichkeiten, Entscheidungsprozesse und die Ressourcen für den Transformationsprozess werden definiert. Die MitarbeiterInnen und Führungskräfte werden beteiligt und die Veränderungsenergie aufgebaut. Leuchtturmprojekte und Stoßrichtungen werden skizziert.

- Entwicklung der Digitalisierungsstrategie:
In dieser Phase wird
die strategische Ausrichtung des Unternehmens definiert. Die Faktoren Mission und Vision, Strategie und Performance sowie Ziele spielen in diesem Abschnitt des Prozesses eine wesentliche Rolle. Hier sind auch die Enabling Dimensionen Strategie und Performance, Organisation und Management, Prozesse und Services, MitarbeiterInnen und Kultur sowie Technologie und Daten von großem Belangen.

- Umsetzung der digitalen Transformation:
In dieser Phase wird der zuvor geplante digitale Transformationsprozess – der in Form eines Wegs mit Zwischenzielen (Plateaus) dargestellt wird – umgesetzt. Das Wichtigste ist dabei, am Weg zu Lernen, Feedback im Prozess zu erlangen und den Blick auf die Kunden und Kundinnen sowie auf den Markt zu schärfen. Wenn notwendig auch die Strategie nachbessern und abgleichen. In eine agile Transformation zu kommen und schnell auf Veränderungen reagieren zu können.

4.2 Die 7 Dimensionen zur digitalen Excellence (Enabling Dimensionen)

Alle Dimensionen sind gleichwertig zu betrachten und müssen zum Teil parallel erarbeitet oder weiterentwickelt werden. Im Zuge des digitalen Transformationsprozesses reicht es nicht aus, neue Technologien oder Software-Lösungen einzuführen, es müssen darüber hinaus sämtliche Dimensionen des Unternehmens den Prozess der Umsetzung mittragen. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass ein Prozess fortlaufend geschieht und dieser immer wieder Veränderungen mit sich bringt, auf welche sich ein Unternehmen bestmöglich einstellen muss, um erfolgreich zu sein bzw. erfolgreich zu bleiben. Hierbei ist ein agiles Vorgehen im Sinne der zu erreichenden Ziele notwendig.

Joerg Kohlenz, CIO bei Leoni Wire & Cable Solutions bringt den erfolgreichen Umgang mit immer wieder auftretenden Veränderungen mit folgendem Statement auf den Punkt: LINK ZUM ARTIKEL

„Entscheidend ist die Veränderungsrate, das heißt die Fähigkeit eines Unternehmens, mit Veränderungen Schritt zu halten. Agilität selbst benötigt Veränderung in organisatorischer, prozessualer, personeller und kultureller Hinsicht. Das ist eine Aufgabe des gesamten Unternehmens, mit welcher rechtzeitig begonnen werden sollte. Unternehmen sollten die Veränderung zunächst in ihrer strategischen Planung berücksichtigen und ihre Zukunftsvision konkretisieren. Sie können damit kontinuierliche Veränderungen zu einem Gewinn machen.“ Joerg Kohlenz, CIO bei Leoni Wire & Cable Solutions, Quelle: CIO Newsletter, 13.10.2021,

Mission und Vision: Damit ein digitaler Transformationsprozess geplant und umgesetzt werden kann, müssen Mission (Unternehmensleitbild, Werte des Unternehmens, der Soll-Zustand des Unternehmens etc.) sowie Vision (Unternehmensziele für die Zukunft, die die Richtung der Unternehmensentwicklung vorgeben) klar definiert sein.

Strategie und Performance: Abgeleitet von den Unternehmenszielen wird eine Strategie entwickelt, mit welcher der Soll-Zustand des Unternehmens erreicht werden soll. Damit dies gelingt, werden Projekte mit dazugehörigen Meilensteinen definiert, die, in einer bestimmten Reihenfolge angelegt, einen Weg, eingeteilt in Plateaus mit Zwischenzielen, entstehen lassen. Die Unterteilung des Wegs in Plateaus mit Zwischenzielen führt dazu, dass der Prozess planbar sowie der Prozessfortschritt nachvollziehbar wird. Weiters kann im Zuge des Voranschreitens des digitalen Transformationsprozessens die aktive Gestaltung desselbigen reflektiert werden. Während des Erreichens der ersten Plateaus kann es dazu kommen, dass darauffolgende Plateaus inklusive der dazugehörigen Ziele angepasst werden müssen. Sollte dem so sein, ist ein agiles Vorgehen im Sinne erreichbarer Plateaus sinnvoll. Die Durchführung der erforderlichen Schritte (Performance) zur Erreichung der einzelnen Plateaus ist demnach vor Anpassungen nicht gefeit. Insofern ist es notwendig, die Ausrichtung des Unternehmens und die kontinuierliche Weiterentwicklung der Enabling Dimensionen stets im Fokus zu haben.

Organisation und Management: Sind die Zielsetzungen des Unternehmens sowie die einzelnen Meilensteine definiert, führt dies in der Regel dazu, dass neue Arbeitsaufgaben oder Arbeitsbereiche entstehen bzw. bestehende Arbeitsaufgaben und -bereiche erweitert werden müssen. Die Folge davon ist, dass dahingehend auch die Unternehmensstruktur angepasst werden muss. Für die geschaffenen bzw. erweiterten Arbeitsbereiche gilt es, Verantwortliche mit adäquater Expertise einzusetzen, gegebenenfalls ist auch die Etablierung neuer Management-Rollen erforderlich. Wichtig ist sowohl für das eine als auch das andere, dass Rollenbilder und Arbeitsaufträge sowie die Schnittstellen einzelner Bereiche zu anderen klar definiert sind, um eine erfolgreiche und bereichsübergreifende Zusammenarbeit zu ermöglichen.

Prozesse und Services: Zu einem erfolgreichen digitalen Transformationsprozess gehört auch, dass manuelle Arbeitsschritte durch digitale Prozesse bzw. digitale Serviceleistungen ersetzt werden. Zum Beispiel kann der Einsatz einer Software-Lösung, die in kürzester Zeit Rechnungen erstellt, zu einer immensen Zeitersparnis führen. Die gewonnene Zeit kann dafür genutzt werden, bereits die nächsten Aufträge zu bearbeiten. Das Ergebnis davon ist, schnellere Abwicklung der zu erledigenden Aufgaben und damit Steigerung des Profits.

MitarbeiterInnen und Kultur: Durch den Einsatz digitaler Technologien wird eine neue Unternehmenskultur geschaffen. Im Zuge dessen werden analoge Prozesse durch digitale ersetzt sowie neue digitale Prozesse eingeführt. Das Gelingen des digitalen Transformationsprozesses ist jedoch nicht allein von digitalen Fähigkeiten abhängig, sondern auch von den Fähigkeiten des Menschen, der den digitalen Transformationsprozess wesentlich mitgestaltet. Für das Entstehen einer funktionierenden Unternehmenskultur ist es notwendig, dass sich MitarbeiterInnen und Führungskräfte mit den digitalen Veränderungen im Unternehmen vertraut machen sowie ihre Fähigkeiten im Umgang mit den digitalen Technologien erweitern. Geschieht dies, können sowohl die Fähigkeiten des Menschen als auch jene der digitalen Technologien erweitert werden.

Technologie und Daten: Durch den Einsatz von digitalen Technologien werden digitale Prozesse zum Teil selbstständig erledigt, nichtsdestotrotz ist eine Technologie nur so gut wie der Mensch dahinter, der sie anwendet. In Zeiten sich immer schneller entwickelnder Technologien ist es wichtig, die Entwicklungen innerhalb des digitalen Transformationsprozesses im eigenen Unternehmen zu beobachten und anhand dieser Rückschlüsse zu ziehen. Laufende Analysen und Auswertungen von Daten helfen dabei, den Fortschritt des digitalen Transformationsprozesses im Blick zu behalten sowie auf Lücken aufmerksam gemacht zu werden, die im Zuge von Behebungen zu schnellerer Auftragsabwicklung, qualitativ hochwertigerer Arbeit, schnellerem Unternehmenswachstum etc. führen können.

Aktive Gestaltung der digitalen Transformation: Eine aktive Gestaltung des Transformationsprozesses setzt das In-Einklang-Bringen der einzelnen Faktoren mit den jeweils anderen voraus sowie fordert ein agiles Vorgehen des Unternehmens im Sinne der zu erreichenden Plateaus. Gelingt dies, kann von einem erfolgreichen digitalen Transformationsprozess gesprochen werden.

4.3 Welche Ergebnisse können durch digitale Transformation bewirkt werden?

Gelingt es auf allen Ebenen den digitalen Transformationsprozess zu vollziehen sowie die einzelnen Faktoren mit den jeweils anderen in Einklang zu bringen, werden folgende Ergebnisse erzielt:

- Exponentielles Wachstum: ausgelöst durch „unendliche“ Replizierbarkeit, globale Verfügbarkeit, Skalierbarkeit etc.

- Informationsdigitalisierung: Daten werden digital sicher verwaltet und können jederzeit orts- und zeitunabhängig abgerufen werden, das spart Platz, Zeit und Kosten. Zudem ist der Verlust von Dokumenten in Papierform durch Beschädigung oder aufgrund Nicht-mehr-Auffindens wahrscheinlicher als von jenen in digitaler Form.

- Kombinatorische Innovation: Die Vielfalt digitaler Technologien ermöglicht es Unternehmen, mehrere Technologiefunktionen in Kombination zu nutzen. Angepasst an die Unternehmensziele ist es möglich, eine Kombination zu wählen, die maßgeschneidert den Ansprüchen des jeweiligen Unternehmens entspricht

 

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4.4 Digitale Transformation Herausforderungen

Unter den Unternehmen, die sich einem digitalen Transformationsprozess unterziehen, gibt es einige, die an den Herausforderungen des digitalen Wandels scheitern. Die folgende Grafik macht deutlich, welche Herausforderungen vorwiegend dafür verantwortlich sind:

Unter den zehn häufigsten Herausforderungen befinden sich sechs, die der Kategorie „weiche Faktoren“ angehören. Weiche Faktoren tragen immens zum Unternehmenserfolg bei, sind jedoch nur schwer messbar. (Zu diesen Faktoren zählen bspw. Unternehmenskultur, Managementkultur, Faktoren das Personal betreffend, charakteristische Fähigkeiten, Führungskompetenzen sowie gesellschaftlicher Wertbeitrag.) Auffallend ist, dass allesamt dieser sechs Faktoren – fehlende Vision, kein Sinn für Dringlichkeit, unklare Rollen und Verantwortlichkeiten, Abteilungen/Bereiche implementieren unabhängig in Silos, fehlende Veränderungskultur, fehlende Führungsfähigkeiten – generell den Erfolg eines Unternehmens erheblich mindern bzw. sogar das Unternehmen in Existenzschwierigkeiten bringen können.

Gesunde Unternehmen werden mit diesen Herausforderungen nicht – bzw. nur in seltenen Fällen und vor allem nicht dauerhaft – konfrontiert. Unternehmen, die mit solchen Herausforderungen zu kämpfen haben, wären demnach gut beraten, diese Probleme schnellstmöglich in Angriff zu nehmen und dabei digitale Transformation (soweit dies möglich ist) als Teil der Lösung zu verstehen.

Nichtsdestotrotz gibt es Faktoren, die als „Rahmenparameter“ zu beachten sind, da diese sonst zu kaum überwindbaren Herausforderungen werden können. Dazu zählen fehlende finanzielle Mittel, Einschränkungen beim IT-System, unklarer Business Case und regulatorische Einschränkungen.

4.5 Erfolgsfaktoren digitale Transformation

Der digitale Transformationsprozess ist ein Veränderungsprozess, der zwar digital erfolgt, allerdings analog gestaltet wird. Die Bedeutsamkeit des digitalen Transformationsprozesses und die Faktoren, die im Zuge desselbigen zu beachten sind, wurden bereits vorab im Detail erläutert. Nun werden im Folgenden nochmal die wichtigsten Erfolgsfaktoren zusammengefasst:

- Digitalisierungsstrategie in Hinblick auf Vision, Mission und Unternehmensstrategie entwickeln

- Inhaltliche Veränderungsnotwendigkeit aufzeigen (case for action)

- Roadmap mit Plateaus erstellen, damit der Prozess planbar sowie der Programmfortschritt nachvollziehbar wird

- Leistungen, Projekte und Services an neue Technologien anpassen bzw. veraltete Technologien durch neue ersetzen

- Alle Dimensionen (Mission und Vision, Strategie und Performance, Organisation und Management, Prozesse und Services, MitarbeiterInnen und Kultur, Technologie und Daten, aktive Gestaltung der digitalen Transformation) miteinander in Einklang bringen

- Unternehmensstrukturen und Verantwortlichkeiten an neue Unternehmenskultur anpassen

- Linien-, Projekt- oder Programmstrukturen zur aktiven Gestaltung des Veränderungsprozesses und der Entscheidungswege im Unternehmen etablieren

5 Digital Transformation Manager

Die Anwendung und Umsetzung der zuvor genannten Erfolgsfaktoren tragen wesentlich dazu bei, dass eine digitale Transformation gelingen kann. Da jedoch der digitale Transformationsprozess sich stetig fortsetzt, ist es damit allein nicht getan. Für einen auf Dauer gelingenden digitalen Transformationsprozess gilt es die Entwicklungen des Prozesses laufend zu beobachten sowie bei Bedarf neue digitale Technologien anzuwenden. Für all das sorgen in der Regel Führungskräfte oder Digital Transformation Manager.

Die Verantwortlichen achten darauf, dass kontinuierlich die Erreichung neu gesteckter Ziele erfolgt sowie das Unternehmen sich am Puls der Zeit entwickelt. Die wichtigsten Kompetenzen des Digital Transformation Manager sind das technologische Wissen zur Digitalisierung, das strategische Management von Unternehmen und die Gestaltung von Change- und Transformationsprozessen.

Neue Herausforderungen, innovative Lösungen und durchgängige Methodiken!

6 Kostenfreie Digital Spotlights – Wissen aufbauen

Diese kostenfreie ONLINE Impulse und Trainings sind speziell für Digitalisierungsexperten und -expertinnen, CIO`s, CDO`s, Digital Transformation Manager, Unternehmens- und IT-BeraterInnen und IT-DienstleisterInnen konzeptioniert. Konkret erwarten Sie folgende Inhalte, die individuell gebucht werden können: 

• In sechs Schritten zur integrierten Digitalstrategie
• 10 Tipps in der aktiven Gestaltung der digitalen Transformation
• Digital Value – Bewertung eines Digitalisierungsportfolios in vier Schritten

Persönliche Fragestellungen können im Digital Spotlight beantwortet werden. Als Abschluss oder als weiterführende Maßnahme können Sie einen Readiness-Check absolvieren und ein persönliches Feedbackgespräch vereinbaren.

 

Digital Spotlight`s zur Erweiterung Ihres Wissen zur Digitalisierung!

EXPERTEN

AUTOREN

Ing. Udo Müller, MSc. ist Geschäftsführer der Digital Excellence GmbH, Creative Process Müller GmbH und Co-Autor des Digital Excellence Navigators. Er beratet seit 25 Jahren als Organisationsentwickler, Digital Consultant und Business Coach Unternehmen und deren Führungskräfte in der Umsetzung von Strategie-, Change- und Digitalisierungsprojekten.

Er kennt die Themen der Digitalisierung aus seiner eigenen Erfahrung als IT-Manager der Universität Klagenfurt, als Geschäftsführer eines SW- und CD-ROM Verlags und als Digital Consultant eines SAP Systempartner in Deutschland, wo er die ersten Cloud- und ASP Services in der Automotive-Retail-Branche entwickelt und beraten hat.

Ing. Alois Süssenbacher, MBA ist Geschäftsführer
der Digital Excellence GmbH und über 30 Jahre erfolgreich im Management von Technologieunternehmen tätig. Als Geschäftsführer hat er die addIT, ein führendes Kärntner IT-Service Unternehmen aufgebaut und geleitet. Er war zehn
Jahre in leitenden Geschäftsverantwortungen in Zentral- und Osteuropa sowie weltweit tätig und hat den Aufbau des Industrie 4.0-Portfolios bei Atos vorangetrieben. Seit 2016 arbeitet er als Unternehmensberater, Trainer und Vortragender mit den Schwerpunkten Digitalisierung und Digitale Transformation.

Er ist Autor des Digital Excellence Navigator®, eine Beratungs- und Managementmethodik zur digitalen
Transformation. Darüber hinaus stellt er seine Expertise JungunternehmerInnen bei der Unternehmens-entwicklung zur Verfügung und unterstützt diese auf ehrenamtlicher Basis.

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